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Katholische Kirche Neubrandenburg  >  Startseite  >  20 Jahre Kirchenmusik - Werner Koch

Kantor Werner Koch geht nach Rostock

Bild des Kantors Werner Koch
Kantor Werner Koch

Ab 01.08.2010 wird Werner Koch Kantor in der Christus-Gemeinde in Rostock sein. Als Regionalkirchenmusiker bleibt er uns zwar noch erhalten, dennoch ist es für unsere Gemeinde ein Abschied von 20 gemeinsamen Jahren, in denen der zweifache Familienvater über die hauptamtliche Tätigkeit als Kirchenmusiker hinaus die Gemeinde unterstützt und begleitet hat. Die „Kirchenmusikalischen Andachten“ und Orgelführungen für Schulen waren sein Angebot über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus. Zum Abschied sprach der Josefsbote mit dem Musiker.

Josefsbote: Ihr erstklassiges Orgelspiel in den Gottesdiensten wird uns
fehlen. Wie wird man eigentlich so ein toller Musiker und Kantor?

Werner Koch: Bei mir fing alles mit dem Klavier bei meiner Großmutter an. Mit 6 Jahren probierte ich darauf im Fingersuchsystem.

Das Klavier kam dann zu uns nach Haus und ab der 1. Klasse nahm ich Klavierunterricht. Seitdem war Organist mein Berufswunsch. Ab der 5. Klasse bekam ich Orgelunterricht.

Mit 11 Jahren spielte ich das erste Mal in einem Gottesdienst in Wattmannshagen. Mein erster Orgellehrer Wolfgang Leppin sagte nach 2 Jahren Orgelunterricht zu mir: „Du brauchst einen neuen Lehrer.“ Ab der 7. Klasse bin ich dann einmal pro Woche zum Unterricht zu Hartwig Eschenburg nach Rostock gefahren. Ihm habe ich viel zu verdanken.

Durch seine Unterstützung und den erstklassigen, teilweise auch unentgeltlichen Unterricht, wurde für mich immer klarer – ich werde hauptamtlicher Kirchenmusiker. Bis zur 10. Klasse habe ich daraufhin nach der Schule Klavier- und Musiktheorieunterricht genommen. Nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule in Teterow musste ich erst einmal einen Beruf lernen. In Rostock ergab sich die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Trompetenbauer zu machen. So konnte ich neben der Lehre weiter Orgel- und Klavierunterricht nehmen. Es folgten 3 Jahre Studium der Kirchenmusik in Dresden und 2 1/2 Jahre Aufbaustudium in Halle. Direkt nach dem Abschluss des Examens mit A-Prüfung wurde ich am 01.03.1990 Kantor in Neubrandenburg.

Die Tätigkeit als Kantor erfordert neben Orgelspiel im Gottesdienst, Organisieren, Chorleitung und Probenvorbereitung, viel Zeit zum Üben an der Orgel - täglich mindestens 2 Stunden. An dieser Stelle möchte ich meiner Frau und meiner Familie für die Unterstützung und das Verständnis danken.


Josefsbote: Woran erinnern Sie sich als Kantor in Neubrandenburg besonders gern?

Werner Koch: Ich bin dankbar für die vielen schönen Erlebnisse mit den verschiedenen Gruppen - menschlich und musikalisch eine Bereicherung. Diese Gemeinde hat einen kirchenmusikalischen Reichtum, den sie sich immer wieder bewusst machen sollte. Besonders danken möchte ich allen
kirchenmusikalisch ehrenamtlich Tätigen für ihren Elan und ihre Unterstützung in den 20 Jahren. Sie sollen einmal genannt sein – ich hoffe, ich vergesse niemanden - :

Die Organisten: Schwester Mechtilda, Hans-Albert Räuber, Stephan Sahm, Markus Bitto und Markus Lippason; der Kirchenchor; der ökumenische Bläserchor: Ansprechpartner aus der Gemeinde ist
Manfred Hinrichsen; die „Blechlawine“ : geleitet von Markus Bitto; der Chor „bel canto“: Ansprechpartnerin ist Anke Lippason; die Gemeinde-Band: geleitet von Thomas Gesswein;
der Projektchor: Ansprechpartnerin ist Gisela Kupke.

Die Initiativen zur Gründung verschiedener Gruppen ging meist von Gemeindemitgliedern aus, die ich gern unterstützt habe. Diese Eigeninitiativen habe ich sehr geschätzt. Deshalb möchte ich alle Gremien
und Gemeindemitglieder bitten, mit Dankbarkeit dieses Engagement zu würdigen. Es ist die beste Motivation.

Gerne erinnere ich mich noch an die Arbeit mit der Kinderschola und dem Jugendchor oder an das eine Jahr mit dem kleinen Kinderchor. Mit den 10 Kindern im Alter von 4 bis 9 Jahren zu arbeiten, war für mich ein besonders bereicherndes Erlebnis. Musik trägt ja zur Herzensbildung bei und fördert die emotionale Entwicklung. Gerade bei Jungen bringt es Veränderungen im Umgang miteinander. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass Jungen auch Vorbilder in männlichen Musikern haben. In diesem Jahr habe ich von den Kindern viel gelernt. Sie wollten nicht nur singen, sondern auch spielen und Spaß haben, was uns auch immer gelungen ist.

Schön waren auch die Chorreisen des Kirchenchores mit dem Partnerchor Elisabetfehn durch Ostpreußen und Schlesien.

Josefsbote: Was bedeutet : „… bleibt uns als Regionalkirchenmusiker
erhalten?“

Werner Koch: Als Regionalkirchenmusiker bin ich für die Region Schwerin, Rostock und Neubrandenburg Ansprechpartner in allen kirchenmusikalischen Fragen. So werde ich immer zu den Organistenund
Scholatagen in Neubrandenburg sein. Den Bläsern habe ich schon angeboten, auch einmal punktuell zu einer Probe nach Neubrandenburg zu kommen. Ich habe inzwischen „menschliche Wurzeln“ in
Neubrandenburg geschlagen und bin gern bereit, zu bestimmten Anlässen hierher zu kommen und Orgel zu spielen. Im Übrigen hoffe ich sehr, dass Neubrandenburg langfristig einen hauptamtlichen Kirchenmusiker bekommt.

Wir sehen uns bestimmt zum nächsten Kirchenchortag 2011 in Hamburg und auf der nächsten Bistumswallfahrt Ich freue mich auf ein Wiedersehen!

Bis dahin wünschen wir Kantor Werner Koch und seiner Familie für die Zukunft, dass der Spaß und die Freude während und neben der Arbeit als Kirchenmusiker niemals zu kurz kommen wird. Alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen !!!!

für den Josefsboten: G. Soballa

 
© 2010 cg