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Teil 3: Wenn Gott Träume verwandelt

In meinem Leben hatte ich schon viele Träume, was ich mal machen will, was ich mal erleben möchte. Einige haben sich erfüllt, die meisten waren nur von kurzer Dauer. Aber ein Traum, einer, ein ganz besonderer (zumindest für mich ; ) ) hat sich als Kind in meinem Herzen festgesetzt und mich bis in mein Erwachsenenleben hinein begleitet. Hast Du auch so einen Traum? Einen Traum aus deiner Kindheit? Der sich vielleicht schon erfüllt hat oder auch noch auf seine Erfüllung wartet?

Ich habe als Kind viele Abenteuergeschichten gelesen, in denen die Helden unterwegs waren: Winnetou zum Beispiel, aber auch die Geschichte von Marias kleinem Esel. Später dann auch Eragon oder den Hobbit. Den kleinen Prinzen. Immer waren die Helden unterwegs. Wochen lang, monatelang – immer einem Ziel entgegen. Und ich wollte wissen: Wie ist das? Wie fühlt es sich an mindestens 10 Wochen am Stück zu laufen?

Jetzt fragst Du bestimmt: Warum ausgerechnet 10 Wochen? Nunja die Antwort lautet ungefähr so: 8 Wochen, also etwa die Dauer der Sommerferien sind einigermaßen überschaubar. Das war einfach zu kurz. Und 20 Wochen fand ich irgendwie etwas übertrieben.

Nachdem ich Jesus meine Nachfolge versprochen hatte und in Neubrandenburg studierte, bot sich endlich die Gelegenheit den Traum in die Tat umzusetzen. Es war möglich, das Studium so zu organisieren, dass ein ganzes freies Semester entstand. Und ich wusste, wenn ich den Traum jetzt nicht verwirkliche, dann mache ich es nie. Also fing ich an zu planen und zu organisieren und ich glaube an der Stelle fing Gott an sich einzumischen.

Es begann damit, dass ich auf der Suche nach einem Weg der lang genug ist und nach Möglichkeit kostengünstig auf den Jakobsweg gestoßen bin. Und auf einmal spielten die 10 Wochen keine große Rolle mehr. Jetzt ging es darum ankommen zu können. Aber ich habe noch versucht dafür zu sorgen, dass der Weg etwa 10 Wochen lang war. Gleichzeitig spürte ich immer deutlicher, dass ich Jesus mehr Raum in meinem Leben geben wollte, als bisher. Viel mehr.

Und dann, etwa ein halbes Jahr bevor ich zusammen mit einem Freund und Mitstudent losgezogen bin, hat sich Gott wieder eingemischt und ich wusste: Diese „Auszeit“ von 10 Wochen: Es ist eine Zeit, die ich intensivst mit Gott verbringen kann, ohne dass allzu große Ablenkungen kommen. Eine Zeit, in der ich mich intensivst mit der Frage des Lebens beschäftigen kann: Was will ich eigentlich – ganz tief in meinem Innern. Jetzt war aus dem Wandern endgültig ein Pilgern geworden.

Und das Pilgern selbst? Ich erzähle sehr gerne darüber. Aber das würde hier zu weit führen. Jede einzelne Stunde, jeder Schweißtropfen, jede Blase war es Wert. Denn der Weg ist nicht das Ziel, aber er bestimmt mit, wie wir ans Ziel kommen und was wir mit dem Ziel anfangen können.

So ist durch Gott aus dem Kindheitstraum zu wissen, was es bedeutet 10 Wochen am Stück zu laufen, eine Reise geworden, die größer ist, als ich je zu träumen gewagt hätte oder mir auch nur hätte Vorstellen können. Nach dem Pilgern lautete meine Antwort auf die Frage: „Warum glaubst du?“ „Ich glaube aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit Gott. Er war immer da, gab mir alles was ich wirklich brauchte und schenkte mir manchmal mehr als ich tragen konnte. Und er gab mir ein Versprechen, wie jedem von uns: „Ich bin bei dir – Immer!“

Und doch hat es auch nach diesen Erfahrungen noch ein halbes Jahr gedauert, bis ich anfing zu begreifen, dass die vier Worte: „Steh auf und geh!“ für mich einfach die beste Beschreibung der Nachfolge Christi sind. Gepaart mit den Worten die im Hintergrund dieser vier Worte mitschwingen: „Du darfst mir vertrauen.“

 

 

 
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